Video: Die fünf seltsamsten andalusischen Debatten und Legenden

Fünf ausgefallene andalusische Debatten, Gerüchte und Legenden, über die die Leute gerne streiten. Diese Auswahl verbindet umstrittene Geschichte, seltsame Behauptungen und lustige Kneipenplaudereien.

1. Das angebliche unterirdische Tunnelsystem von Sevilla

Das angebliche unterirdische Tunnelsystem von Sevilla

Seit Jahrzehnten wird von Tunneln erzählt, die den Alcázar, die Kathedrale und alte Paläste verbinden. Manche verweisen auf Zivilschutzbunker aus dem Bürgerkrieg und römische Abflüsse als Beweis dafür, dass noch Gänge unter dem Stadtzentrum verlaufen. Gelegentliche Einstürze und Funde bei Renovierungen halten die Geschichte am Leben. Städtische Historiker sagen, es handele sich meist um Rohrleitungen und Keller, doch Fremdenführer werden immer noch nach dem königlichen Tunnel gefragt.

2. Der Flamenco-Geburtsort, den jeder für sich beansprucht

Der Flamenco-Geburtsort, den jeder für sich beansprucht

Triana, Jerez, Utrera und Cádiz behaupten jeweils, der Flamenco habe dort seinen Ursprung. Stammtafeln von Sängern und Tänzern werden wie Beweisstücke vor Gericht herangezogen. Alte Aufnahmen und Archive stützen je nach Definition des ‚Ersten‘ verschiedene Seiten. Die Streitigkeiten sind laut, enden aber meist mit gemeinsamen Liedern um drei Uhr morgens.

3. Der Nachtwasser-Mythos des Generalife

Der Nachtwasser-Mythos des Generalife

Paare in Granada behaupten, die Wasserläufe im Generalife würden an bestimmten Nächten singen. Die Vorstellung ist, dass Fließgeschwindigkeit, Steinwinkel und Insekten eine verborgene Melodie erzeugen. Einige Fremdenführer machen mit, andere verdrehen die Augen. Die meisten Besucher hören Frösche und entfernte Motorroller, doch die Geschichte hält sich.

4. Die Route des Olivenöl-Diebstahls

Die Route des Olivenöl-Diebstahls

Mühlenbesitzer tauschen Geschichten über Tanklaster und Transporter aus, die gestohlenes Öl vor Tagesanbruch verlagern. Wenn die Preise steigen, werden die Gerüchte wilder; in Bars kursieren Karten mit sicheren und gefährlichen Routen. Polizeiberichte bestätigen gelegentlich Diebstähle, doch die angebliche Geheimroute verschiebt sich ständig. Es wirkt halb wie eine Polizeimeldung, halb wie eine Lagerfeuergeschichte.

5. Die Bars in Cádiz, die niemals schließen

Die Bars in Cádiz, die niemals schließen

Alte Hafenkneipen sollen einem rotierenden Rhythmus folgen, sodass irgendwo immer eine Tür offen ist. Die Wände zeigen Uhren, die auf Feierabendzeiten stehen geblieben zu sein scheinen, und Barkeeper zwinkern, wenn man nach der Sperrstunde fragt. In Wirklichkeit gibt es Regeln und die Läden schließen schließlich, nur nicht zu den Zeiten, an die sich Seeleute erinnern. Der Mythos überlebt, weil immer jemand einen Cousin mit einem Schlüssel kennt.